Eine Schulung, die das Fürchten lernt

Am 26. April 2004 machte die PETA Ermittlerin eine Führung durch das Tierversuchslabor, in dem sie die nächsten 10 Monate würde arbeiten müssen. Sie sah mit an, wie Arbeiter an Affen Intubationen vornahmen - eine Prozedur, die Verletzungen im Schlund, Brechreiz, Erbrechen und Panik verursachen kann - und schrieb: “‘R’ schnappte sich jeden Affen aus seinem Käfig. Alle Affen leisteten Widerstand und versuchten, sich an ihren Käfigen festzuhalten, während sie schrieen ‘A’ nahm daraufhin die Plastiksonde (etwa 30 cm lang) und schob sie dem Affen in die Nase, der sich wand und schrie. Ihre hilflosen Augen wanderten von ‘A’s’ Gesicht zu den Fingern, die sich ihrem Gesicht näherten und der Sonde, die ihre Nase runtergestoßen wurde. Ein Affe war so nervös, dass er sich erbrach, als ‘A’ ihm die Sonde in die Nase stieß. ‘R’ meinte zu ‘A’, sie solle ‘ruhig weitermachen’, und so stieß ‘A’ die Sonde weiter in die Nase des Affen und den Schlund hinunter, während im Erbrochenes vom Gesicht lief. Als die Affen die Prozedur sahen, die ihre Artgenossen durchmachen mussten, bekamen sie Angst. Mehrere Affen drehten sich in ihrem Käfig im Kreis, ein Affe machte unentwegt Saltos, und andere versteckten sich im hintersten Winkel ihres Käfigs, während wieder andere gegen die Käfigstäbe trommelten. Jeder Affe in der Reihe musste warten, bis er bei diesem invasiven Eingriff an der Reihe war, und mit ansehen, wie all seine Freunde vor ihm grob festgebunden und intubiert wurden. Einer der letzten Affen wand sich, als ‘A’ ihm die Sonde in die Nase stieß. Und wieder wies ‘R’ ‘A’ an ‘weiterzumachen’, also stieß ‘A’ die Sonde weiter rein, bis dem Affen Blut aus der Nase rann. ‘A’ hatte die Nasennebenhöhle verletzt.” Die letzte Station an diesem Tag war das “post life” Labor, wo man den neuen Mitarbeitern den “cups” Raum zeigte. “Man teilte mir mit, dass cups mit einem gelben Etikett Tiere seien, die man getötet habe, während es sich bei den vielen cups mit einem roten Etikett um ‘unerwartete Todesfälle’ handele. Wir beobachteten, wie ein Mitarbeiter einem Tier das Rückenmark und Teile zwecks mikroskopischer Untersuchung entnahm. Er entsorgte die nicht benötigten Körperteile einfach in einem Plastikbeutel.”

In den ersten paar Tagen, nachdem man die PETA Ermittlerin und andere Schulungsteilnehmer eingestellt hatte, zeigte man ihnen den jüngsten Fernsehbericht über die deutsche Anlage des Unternehmens. Bei einer Undercover-Ermittlung dort hatte man Covance Arbeiter ertappt, wie sie völlig verängstigte Affen mit Obszönitäten anschrieen, sie grob zurück in ihre Käfige warfen, nachdem sie stressige und schmerzhafte Prozeduren an ihnen vorgenommen hatten, wie sie sich über sie lustig machten und zwangen, zu lauter Musik zu tanzen. Man teilte den Schulungsteilnehmern mit, dass Covance diejenigen, die das Video gedreht hatten, verklagen würde, und der Schulungsleiter versicherte den Mitarbeitern, dass das, was man auf dem Video sah, einem “normalen Menschen” grausam erscheinen möge, aber das die Szenen “typisch” seien und nur diejenigen schockieren würden, die nicht mit Affen arbeiten. Die PETA-Ermittlerin schrieb in ihre Akte Folgendes: “[Zwei] aktuelle Mitarbeiter meinten, dass man dominant auftreten müsse, wenn man versucht, die Affen einzufangen, da sie natürlich nicht eingefangen werden wollen. [Und der Schulungsleiter] meinte, dass wahrscheinlich jeder zu der Musik tanze, wenn er sie hält, und dass die Affen es genießen.”

Anstatt die Neulinge anzuweisen, Affen niemals so zu behandeln, wie es auf dem Video zu sehen war, fand Covance noch Entschuldigungen für diese Verhaltensweise. Aber wie unsere Ermittlerin noch erfahren würde, haben weder ihre Vorgesetzten noch diejenigen über ihnen der grausamen Behandlung der Affen je Einhalt geboten, die jetzt in ihrer Einrichtung in Nord-Virginia von PETA auf Video festgehalten wurde.

Einmal Fegefeuer und zurück zur Hölle


Am 8. Oktober 2004 stieg PETA’s Ermittlerin in einen Van zusammen mit anderen Covance Mitarbeitern und fuhr mit zum Armed Forces Radiobiology Research Institute (AFRRI) mit 20 Affen in kleinen Käfigen. Das Covance Personal hatte diese Affen in den letzten paar Wochen für eben diesen Tag an die speziellen Boxen “akklimatisiert”.

Aus der Akte der Ermittlerin vom 22. Juli 2004:


“‘J’ und mehrere andere Mitarbeiter machten mit den Rhesusmakaken heute Abend eine ‘Box-Akklimatisierung’. Diese Boxen werden in der Studie eingesetzt werden, bei der man die Affen für die Firma bestrahlt. Es ist schwer, den Anblick dieser wundervollen Affen zu beschreiben, wie sie in diesen Boxen festgebunden werden. Die Affen tragen ein Halsband, das oben an der Oberseite der Box befestigt ist (die Box ist aus durchsichtigem Plexiglas). Dann macht man das Halsband mit Knöpfen fest und zwingt den Affen nach hinten in die Box. Die Arme und Beine des Affen werden dann festgebunden und seitlich in der Box fixiert und eine Plexiglas-Platte wird ihnen über den Brustkorb festgebunden. Es sieht aus wie eine mittelalterliche Foltervorrichtung. Einige der Affen schlugen um sich und schrieen in dem Versuch, sich aus der Box zu befreien, während andere ganz kraftlos wurden und ihre Augen sich zu verschleiern schienen, als sie ins Leere starrten in dem Versuch, die furchterregende Realität dessen, was sie da erlebten, auszublenden.” Der Tag der Bestrahlung rückt näher. Der Pharmakonzern tested ein Anti-Betrahlungsmittel in der Hoffnung, aus der Angst vor Nuklearterroristen Profit zu schlagen, so wie viele andere Unternehmen an Experimenten verdienen, finanziert seitens der Regierung und durchgeführt aus Angst vor Bioterrorismus, um Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

Aus der Akte der Ermittlerin vom 8. Oktober 2004:


“Heute war der Tag, an dem wir die [Name des Pharmakonzerns] Rhesusaffen zu AFRRI brachten, damit sie dort bestrahlt werden. Morgens kamen mehrere von uns, um die Affen ‘vorzubereiten’. Ich rasierte ihnen die Rückseite der Beine … und ihren Oberschenkelbereich. Manche der Affen schauten so beängstigt, als ob ich ihnen all ihr schönes Haar abrasieren würde - ohne eine Ahnung, was da vor sich geht oder was sie als nächstes erwartet. Jeder Affe wurde dann gewogen und in seine Transportbox gesetzt. Diese Transportboxen waren extrem klein - nur etwa 100 cm breit, 65 cm hoch und 65 cm tief, und diese Fläche war unterteilt in zwei, so dass zwei Affen pro Box transportiert werden können. Innen waren die Boxen sehr dunkel und nur mit einem kleinen Metallbereich versehen, der Löcher auf beiden Seiten der Transportbox enthielt.

“Nachdem man alle Affen in ihre Transportboxen verfrachtet hatte, wurden sie runtergebracht und auf den LKW geladen. Der Lärm war ohrenbetäubend, und ich bin sicher, dass die Affen Todesangst hatten. Die Affen wurden auf dem LKW transportiert, und wir folgten ihm in einem Van.

“Als wir bei AFRRI ankamen, mussten wir alle durch die Sicherheitskontrolle, und sie durchsuchten sogar unseren LKW. Der LKW mit den Affen wurde zu einer Laderampe** geleitet. Wir nahmen immer zwei Affen gleichzeitig aus ihren Transportboxen und steckten sie in die Boxen. Sie kamen dann auf einen kleinen Transportwagen und wurden durch ein paar Gänge gekarrt, bis zu einem Raum mit großen Stahltüren auf einer Seite. Als ich durch die Türen schaute, sah ich einen enorm großen Raum, der ungefähr vier Stockwerke nach unten abfiel. Am Boden befand sich ein kleiner, schmaler, viereckiger Pool mit einem kleinen Tisch in der Mitte. Zwei Männer kamen und nahmen mir die Affen ab und karrten sie zu einem kleinen offenen Aufzug, der nach unten in den Abgrund gefahren wurde. Die Männer nahmen die Affen und platzierten sie auf den Tisch oberhalb des Pools, sich mit den Gesichtern abgewandt in ihren Boxen, so dass sie auf nichts anderes schauen konnten als dieses unendlich tiefe Loch.

“Die Männer kamen zurück nach oben ins Büro und schlossen die Stahltüren. Da saß ein Mann an einem Schreibtisch mit einem Computer und mehreren Bildschirmen. Er zeigte mir, dass man die Affen unten in der Grube sehen konnte. Abhängig von ihrem Gewicht und der Körpermasse wurden die Affen verschieden lange bestrahlte, und es kam ein großer roter Stab aus dem Wasser und man hörte lauten Maschinenlärm. Jede Zweiergruppe ließ man dann etwa fünf Minuten in dem Raum alleine, arretiert, unfähig, auch nur ihren Freund zu sehen, mit stechenden Geräuschen und dem großen roten Stab, der aus dem Wasser kommt. Selbst über die verschwommenen Kamerabilder konnte ich den Ausdruck der Angst auf dem Gesicht der Affen erkennen, und ich werde niemals vergessen, wie völlig verängstigt und hilflos sie blickten.

“Die Rhesusaffen wurden wieder rauf gebracht, zurück zum LKW gekarrt und in ihre Boxen gesteckt. In verschiedenen Intervallen wurden sie aus den Boxen herausgeholt, um ihnen entweder eine Dosis zu verabreichen oder Blut abzunehmen. Als wir endlich fertig waren und nach Hause zurück fuhren, mussten sie sogar noch mehr Blut abgenommen bekommen, bis man sie endlich in Ruhe ließ.

“Ich werde die Erlebnisse im Zusammenhang mit AFRRI nie vergessen und wie ich mit ansehen musste, dass diese armen Tiere bestrahlt wurden. Die Angst auf ihrem Gesicht in jedem einzelnen Tagesabschnitt werden mir nie mehr aus dem Gedächtnis gehen -insbesondere der Anblick ihrer kleinen verängstigten Gesichter auf den Bildschirmen, als man sie bestrahlte – gegen ihren Willen und unfähig, irgendetwas zu tun, ja nicht einmal bewegen konnten sie sich.”

Grausame Tests für Profit


Die ‘Fettgrube’


Ein Jahr lang wurden 32 Affen bei Covance oral mit einer Sonde ernährt. Die Studie wurde für einen der großen Pharmakonzerne durchgeführt und erhielt vom Personal den Beinamen “Fettgrube”, denn die Testsubstanz war dickflüssig, schwarz und fettig. Jeden Tag, 365 Tage lang, bekamen die Affen in dem Fettgruben-Test dicke Sonden in den Schlund gestoßen, um ihnen die teerartige Flüssigkeit einzuflößen. Natürlich mussten die Tiere aus ihren Käfigen gezerrt werden für diesen täglichen Missbrauch, und viele versuchten aus Leibeskräften, ihren Mund fest geschlossen zu halten. Aber da gab es ja immer die “Beißstange” …


Aus der Akte der Ermittlerin:


“Ich verabreichte Fettgrube heute, während ‘J’und ‘T’ das Einfangen übernahmen und ‘R’ R’ die Sache mit der Beißstange. Ein Mädchen aus der Abteilung für Nager kam, um bei einem Teil der Dosisverabreichungen zuzuschauen. Als einer der männlichen Affen, Ninja, seinen Mund nicht für die Verabreichung aufmachen wollte, schlug ‘R’ ihn mehrere Male so kräftig mit der Beißstange ins Gesicht, dass man es hören konnte, und sie benutzte die Beißstange dann auch, um ihm den Mund aufzuhebeln. ‘R’ sagte: ‘Du bist vielleicht heute blöd’, und nachdem er die Dosis erhalten hatte warf ‘T’ ihn zurück in seinen Käfig. “‘T’ schrie den nächsten Affen an ‘Du Hurensohn’,und ‘R’ stieß ihn mit der Beißstange gegen den Mund. ‘T’ sagte zu ihr: ‘Du wirst ihn umbringen!’ worauf ‘R’ antwortete: ‘Ich werde sie ihm den verdammten Schlund runterstoßen.’ Als ‘T’ die Affen fing, schrie er sie an und sagte Sachen wie ‘Blödmann’, ‘Halt deinen verdammten Kopf hoch, Arschloch’ und ‘Du kleines Arschloch.’” Am 26. Oktober 2004 erzählten Kollegen PETA’s Ermittlerin, dass übers Wochenende ‘J’ einem “Fettgruben-Affen” die Sonde in die Lunge, anstatt in den Magen geschoben habe und dass die Mitarbeiter “ihn kopfüber nach unten gehalten und geschüttelt haben”, um zu sehen, ob sie irgendwas von der schleimigen Substanz aus der Lunge rausbekämen, aber “nur blutiger Schaum kam raus.” Das Tier brauchte mindestens 45 Minuten zum Sterben.

Am 20. Januar 2005 stand das unmittelbare Ende dessen, was sicherlich ein unendlich langes Jahr des Leidens für diese Tiere gewesen war, bevor. Alle grease pit** Affen wurden sediert und zu einem anderen Gebäude in einem unbeheizten Golf-Cart bei frostig kalten Temperaturen gefahren. Dort ließen Obduktionstechniker sie in Edelstahlwannen ausbluten, bis sie tot waren, und sortierten ihre Körperteile aus..


Behandlung verweigert


Am 13. Dezember 2004 erhielten 10 Cynomolgus-Affen die erste Dosis einer unbekannten Substanz. Den Covance Mitarbeitern wurde vom Leiter der Studie mitgeteilt, der Kunde rechne mit Todesfällen, aber unsere Ermittlerin konnte schlichtweg nicht glauben, was sich in den nächsten beiden höllischen Wochen ereignete. Man steckte die Affen in große Plastik-Arretierröhren und verabreichte ihnen 14 Tage lang jeden Tag mittels einer 10 Minuten dauernden Infusion in die Beinvene die Dosis. Nachdem die Infusion mit der Substanz eingelaufen war, nahm man den Affen nach fünf, 15 und 30 Minuten sowie nach ein, zwei, vier, sechs, acht und 12 Stunden nach des Verabreichung Blut ab. Jedes Mal, wenn man ihnen Blut abnahm, wurden die völlig verängstigten und todkranken Tiere aus ihren Käfigen gezerrt und in die durchsichtigen Plastikröhren gestopft. Innerhalb weniger Stunden nach der ersten Dosis, wurde Affe #23, einer in der Gruppe mit hoher Dosis, ataxisch - was in der Laborsprache bedeutet: keine Koordination der Bewegungen. Am folgenden Tag wurden sowohl die Tiere aus der Gruppe mit mittlerer wie auch hoher Dosis ataxisch, wobei Affe #22 buckelte und inaktiv war. Am 3.Tag sagte man den Tierbetreuern, die die Dosis verabreichten, dass der Kunde nicht wünsche, dass der Tierarzt sich irgendwie einmische. Man gestattete den Tierbetreuern, das Leiden der Tiere als “Beobachtungen” im Computersystem zu vermerken, aber sie durften keinen Tierarzt hinzuziehen. Affe #23 hörte auf, das Bein zu benutzen, in das man ihm die Infusion mit der Substanz gab, und schon bald umgab die Infusionsstelle nekrotisches (totes) Gewebe. Sein Bein war bis runter zum Fuß angeschwollen. Also verabreichten sie ihm jetzt seine Dosis in das andere Bein, was zu demselben entsetzlichen Leiden führte. Die Mitarbeiter erhielten die Anweisung, #23 und jedem anderen Affen, dessen Beine unbrauchbar geworden waren, die Dosis in den Schwanz zu geben . Der Schwanz dieses armen Affen wurde nekrotisch. Am 17. Dezember verfiel Affe #22 in Krämpfe, als man ihm die Dosis verabreichte, und unsere Ermittlerin informierte, gegen die Anweisungen, den Tierarzt - aber nutzlos. Sie mussten die Krämpfe als “Beobachtung” in den Computer eingeben. Am 21. Dezember 2004 verfiel, nach den Aufzeichnungen unserer Ermittlerin, einer der weiblichen Affen in Krämpfe, als sie in der Röhre steckte, und ein anderes Weibchen fing in der Röhre an, sich zu erbrechen, in der sie während der gesamten 10 Minuten der Dosisverabreichung und der 5 Minuten Blutentnahme steckte. Man brachte sie zurück in ihren Käfig den ganzen Körper voller Erbrochenem. Die Kollegin unserer Ermittlerin sagte ihr, dass ‘K,’ der Leiter der Studie, am Wochenende gar nicht kommen werde, was er eigentlich zu tun versprochen hatte, daher sprach unsere Ermittlerin mit ‘J,’ der Toxikologin, um ihr von dem grauenhaften Zustand der Affen zu berichten. Nichts wurde unternommen. Die Affen wurden zwei Tage nach Weihnachten getötet, außer #23, der schon etwas früher als die anderen getötet wurde, weil seine Beine so nektrotisch waren.

In einem Gespräch am 3. Januar 2005, erzählte die angehende Tierärztin bei Covance unserer Ermittlerin, dass der Leiter der Studie sie angewiesen habe, sich die Tiere anzuschauen, unmittelbar bevor sie getötet werden, damit man im Bericht schreiben könne, ein Tierarzt habe sie sich angesehen, aber was den Punkt angelangt, dass Mitarbeiter oder Tierärzte um eine Behandlung während der 14 Tage bitten dürften, sagte sie: “Das durften wir nicht! Alle diese Seiten, die ‘J’ [die Toxikologin] geschickt hat—Ich durfte keinen Blick auf die Tiere werfen. Es war entweder Tod oder nichts.”


Was die Ermittlerin sah


“Ich sah, wie ‘M,’ einer der Obduktionstechniker eine Motorsäge (mittels Kabel an eine Buchse an der Decke angeschlossen) benutzte, um einen Affen zu enthaupten, nachdem man das Tier getötet hatte. Ich zuckte zusammen, als ‘M’ den Kopf des Tieres absägte, und er stimmte mir zu, dass es ziemlich grausig sei, aber Bezug nehmend auf den Kopf des Affen sagte er gleichgültig ‘Der hat seinen Zweck erfüllt.’ Er sagte des Weiteren, dass es ungewöhnlich sei, dass die Tiere enthauptet würden, aber dass für diese Studie mehrere Teile seziert werden müssen, die sich leicht entnehmen lassen, wenn der Kopf abgeschnitten ist. Speziell entfernte er bei diesem Affen den Kehlkopf, die Speiseröhre und die Hirnanhangdrüse.

“Als er speziell ein männliches Tier holen wollte, schlug ‘J’ vorne mit der Faust gegen den Käfig, weil der Affe sich daran festklammerte, wobei er die Finger und Zehen des Tieres traf, und rang dann mit ihm mit aller Gewalt im Käfig, wobei er die ganze Zeit Flüche gegen den Affen ausstieß. ‘J’ schmiss die Tiere mit Gewalt zurück in ihre Käfige. Wie grässlich für diesen Affen, so behandelt zu werden von jemandem, der schon so viele Jahre bei Covance arbeitet (und es besser wissen sollte, dass man sich so nicht verhält).

“Der Affe, den ich schon zuvor beobachtet habe, dass er sich selbst in die Arme beißt, wenn er arretiert auf dem Brett ist, hat wieder einmal Selbstverstümmelungen an sich vorgenommen - seine Arme waren aufgeschnitten und bluteten (insbesondere der rechte Arm). Ich sprach zu ihm und versuchte, seinen Rücken zu streicheln und ihm die Spitze meines Handschuhs zum Kauen zu geben, aber er wechselte dauernd zwischen sich hin- und herschmeißen, sich selbst beißen und die Augen schließen, als wenn er alles ignorierte. Die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben, und es war erschütternd zu sehen, wie aufgebracht dieser Affe war und dass niemand etwas dagegen tun würde. Als ich ‘T’ informierte, die leitende Mitarbeiterin der Studie, bestätigte sie lediglich die Tatsache, dass dieser arme Affe sich selbst biss.”


        

Was die Ermittlerin hörte


“Verdammt… Ich verpass dir eine … Du kleines Miststück. Du kleines, mieses Arschloch.”

—Senior Covance Mitarbeiter gegenüber einem Affen, den er festbindet

4. September 2004


“Yeah, heute bist Du wieder dran.Yeah. Yep. Du mal wieder heute. Und ich werde Dir heute auch wieder eine verpassen.”

—Covance Mitarbeiterin gegenüber einem Affen hinter Gittern, während einer anderer Affe festgebunden wird, um ihm die Dosis zu verabreichen.

25. September 2004


“Mach Dein verdammtes Maul auf! Du durchgeknalltes Arschloch. Mach auf, Blödmann… Du Miststück. Oh, du treibst mich echt zum Wahnsinn, verdammt.”

—Senior Covance Mitarbeiter gegenüber einem Affen in der "grease pit" Studie, der seinen Mund nicht öffnen will, um ihm die Sonde reinzuschieben.

17. Oktober 2004


“Oh, dein Bauch sieht schlimm aus. Also eins ist klar, wenn ich so einen schlimmen Ausschlag an meinem Bauch hätte von einem Schnitt, würden sie mich im Krankenhaus mit Antibiotika vollpumpen"

—Covance Mitarbeiter über eine infizierte Schnittstelle bei einem Rhesusaffen nach einer Bestrahlung.

17. Oktober 2004


“Sie kamen diesmal unerwartet. Normalerweise tauchen sie auf und warnen uns vor, wann sie wiederkommen, so dass wir uns keine Sorgen machen müssen.”

—Covance Mitarbeiter über USDA Inspektionen und die Tatsache, dass diese dem Labor vorab angekündigt werden.

16. November 2004


“ Ich sehe ja aus als wäre ich beim Schlachter gewesen!”

—Covance Mitarbeiter nach dem Einsatz von großen Sonden für Nasalintubation bei kleinen Affen, deren Nasen als Ergebnis dieser Intubation extrem bluten.

3. Januar 2005


“Die ACUC … ist mächtig, wenn sie will … und es geht auch ganz schön um Politik, denn … man verliert Geld vom Sponsor, und man droht einen Kunden zu verlieren, der vielleicht Abermillionen an Dollars bringt. Da will man sie nicht sauer machen.”

—Covance Tierbetreuer, der seinen Kollegen erzählt, dass die ACUC zögerte, ihren Kunden was vorzuschreiben, selbst in einer Studie, die extremes Leiden verursachte

9. Februar 2005


“Diese Dinger sahen aus als ob ‘Q’ sie mit der Faust geschlagen hätte!”

—Ein Covance Mitarbeiter beschreibt die kleinen Affen, die auf Grund der Magensonde blutige Nasen haben.


21. Februar 2005